Dass kleine Kinder gerne am Daumen nuckeln oder einen Schnuller gebrauchen, ist ebenso bekannt, wie die schädlichen Auswirkungen dessen auf den Kiefer und die Zähne.

Durch die Erfindung der sogenannten Mundvorhofplatten (MVP), nach Prof. Hinz, können die negativen Auswirkungen verhindert werden. Bei den MVPs handelt es sich um ein einfaches und kostengünstiges Hilfsmittel, dass der Prävention und Frühbehandlung dient. Es wirkt sich nicht traumatisierend auf kleine Kinder aus. Die Platte selbst liegt frei im Mundvorhof und etwaige vorstehende Zähne werden durch den ausgeübten Druck korrigiert, erklärt Dr. med. dent. Christoph Böhm, niedergelassener Zahnarzt in Troisdorf. Es gibt vier unterschiedliche Typen in je zwei Größen. Zum einen die kleine Variante, mit 22,5 mm Radius und den großen Typ, mit 30 mm Radius. Die Unterscheidung der vier Modelle erfolgt in

1. Standard-Variante (S)

Diese eignet sich, wenn es noch keine signifikante Fehlstellung der Zähne gibt, sondern einfach schädliche Lutschgewohnheiten, wie das Nuckeln am Daumen oder dem Schnuller beendet werden sollen. Der Standard-Typ begünstigt die Ausheilung bestehender Anomalien und hilft dabei etwaige Sprechfehler zu beheben. Sie korrigiert die Fehlfunktion der Zunge und führt zu einem normalen Lippenschluss. Zusätzlich wird eine eventuell vorhandene schädliche Mundatmung beseitigt und die Lippenmuskulatur gestärkt.

2. Mundvorhofplatte mit Käppchen (K)

Da es beim Daumenlutschen oftmals zu besonders deutlichem Vorstehen der Frontzähne kommen kann, hilft das sogenannte Einbiss-Käppchen, diesen Umstand zu beseitigen. Gleichzeitig wird der Unterkiefer nach vorne geführt und das Abkippen der Mundvorhofplatte verhindert.

3. Mundvorhofplatte mit Zungengitter (Z)

Diese Form ist bei einem frontal offenen Biss gut geeignet. Sie hindert die Zunge daran, sich zwischen die Zahnreihen zu schieben und unterstützt den offenen Biss zu schließen.

4. Mundvorhofplatte mit Perle (P)

Die an der Mundvorhofplatte befestigten Drahtbügel, an der eine Perle angebracht ist, sollen eine muskelschwache Zunge an den Gaumen führen. Dieses Modell ist auch für die Behandlung von Sprechstörungen geeignet.

So hilfreich und sinnvoll eine Mundvorhofplatte auch sein kann: Ob und welche MVP für den Einzelnen indiziert ist, sollte in jedem Fall mit einem Spezialisten abgeklärt werden. Für Rückfragen steht Dr. med. dent. Christoph Böhm in seiner Praxis in Troisdorf während er Sprechzeiten zur Verfügung.