Obwohl bei der individuellen Fruchtbarkeit diverse Faktoren eine Rolle spielen, sind viele davon nicht direkt durch den Patienten zu beeinflussen. Die daraus resultierende Hilfs- und Teilnahmslosigkeit ist eine starke psychische Belastung für die Betroffenen. Deshalb ist es Frau Dr. Irene Pütz, Fachärztin für Frauenheilkunde am MVZ PAN Institut in Köln besonders wichtig, den Patienten über diejenigen Aspekte aufzuklären, die einen positiven Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben können und die vom Patienten auch selbst zu beeinflussen sind.
Dazu gehört mitunter der Verzicht auf das Rauchen. Natürlich ist es jedem bekannt, dass Rauchen schädlich ist. Dass Rauchen jedoch auch einen unmittelbaren Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat, ist vielen Patienten nicht zwangsläufig bekannt und sollte daher stets betont werden. Der Tabakrauch enthält etliche Chemikalien, die sehr giftig sind. Kadmium, Arsen und Blausäure sind nur einige Beispiele. Rauchende Patientinnen warten erfahrungsgemäß länger auf eine Schwangerschaft und auch die Spermienqualität des Mannes ist durch den Tabakkonsum deutlich reduziert. Es ist daher sinnvoll für Mann und Frau mit dem Rauchen aufzuhören. Ein weiterer Aspekt, der unmittelbare Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit hat, ist das Gewicht. Über- und Untergewicht haben einen negativen Einfluss. Es kann zu Störungen im Zyklus kommen. Ein gestörter Insulinstoffwechsel wirkt sich auf die Eierstöcke aus. Der BMI (Body Mass Index) sollte idealerweise im Bereich von 20 bis 25 liegen.
Negativer Stress ist ein Faktor für viele Erkrankungen in der heutigen Zeit. Durch die damit verbundene Hormonausschüttung kommt es zu einem beschleunigten Herzschlag und es kommt zu einer schlechteren Versorgung mit Sauerstoff. Bei einer Dauerbelastung leidet nicht nur die individuelle Lebensqualität, sie hat auch einen direkten Einfluss auf die Eizellreifung und Samenbildung. Da Stressempfinden und Auslöser für Stress individuell verschieden sind, kann keine allgemeine Lösung geboten werden. Jeder Patient sollte am Stressabbau arbeiten. Dabei mögen therapeutische Gespräche, Entspannungsübungen, Meditation oder autogenes Training hilfreich sein.

